Stadt der Zukunft

Stadt der Zukunft

Wem ist bewusst, dass die Kölner Grüngürtel mit ihren Radialen für viele Städtebau-Projekte in China als Vorbild dienen und die neue Hauptstadt der Mongolei „Maidar EcoCity“ nach diesem Vorbild geplant wurde?

Alle neuen Stadtentwicklungen in Asien weisen inzwischen grüne Netzwerke auf, die die Stadt durchdringen und mit den angrenzenden Landschafträumen in Verbindung stehen. Dies geschieht aus reiner Notwendigkeit nachdem man begriffen und am eigenen Leibe erfahren hat, dass planloses, naturzerstörendes Wachstum mit voller Wucht auf die Lebensqualität des Stadtbewohners zurückschlägt.

Die Stadt der Zukunft ist eine Stadt der kurzen Wege. Sie ist polyzentrisch strukturiert und setzt sich aus den Einheiten Block, Nachbarschaft und Stadtteil zusammen. Jede Einheit bestärkt die andere und alle werden zu einer starken, identitätsbildenden Gemeinschaft zusammen geführt.

Dabei hilft die Digitalisierung unserer Arbeitswelt sowie neue Formen des öffentlichen Nahverkehrs, der mehr an den individuellen Wünschen der Nutzer orientiert ist. Ein Beispiel hierzu sind selbstfahrende Elektroautos, die öffentlich nutzbar, aber individuell abgerufen werden können. Dieses sogenannte „Public Personal Transport“-System ist bereits in Masdar (VAE) im Einsatz und für Maidar EcoCity geplant.

Mit Hilfe dieser neuen Technologien können in Zukunft die kommerziellen, kulturellen und sozialen Angebote für den täglichen Bedarf des Stadtbewohners in kleinen urbanen Einheiten konzentriert werden, die zu Fuß, mit dem Fahrrad oder leicht zugänglichen ÖPNV-Systemen erreichbar sind. Das „Veedel“ wird wieder zum Leben erweckt. Der Gebrauch eines privaten motorisierten Gefährts wird überflüssig.

Der öffentliche Landschaftsraum bildet die Zäsur und zugleich die Bindemasse zwischen den Stadtteilen. Er produziert Sauerstoff, absorbiert die Luftschadstoffe, sichert die Durchlüftung der Stadt und bietet Räume für Erholung, Freizeit und Sport – alles Funktionen, die für eine hohe Lebensqualität des Stadtbewohners unverzichtbar sind. Eine gute Nutzbarkeit des Landschaftsraumes für Freizeitaktivitäten ist erwünscht, um lange Wege „hinaus ins Grüne“ zu vermeiden.

Welch ein Glück, dass unsere Vorväter Adenauer, Schumacher und Enke so vorausschauend geplant und ein Grünsystem geschaffen haben, das heute als Alleinstellungsmerkmal für Köln gilt und der modernen Stadtplanung in aller Welt als Vorbild dient.

Doch auch die Kölner selbst müssen diesen Schatz zu schätzen wissen und dort keine weiteren Bauten und versiegelte Flächen zulassen. Dem langsam schleichenden Rückbau des Grünsystems muss Einhalt geboten werden und selbst ein so großartiger Verein wie der 1.FC Köln sollte sich daran halten. Global subjects are local subjects.