Schumachers Grünes Netz für Köln I

Schumachers Grünes Netz für Köln I

Schumachers Grünes Netz  für Köln I

Der Äußere Grüngürtel

Auf dem äußeren Festungsgürtel entstand in den 20er Jahren (1923-1929) nach Entwürfen des Stadtplaners Fritz Schumacher der Äußere Grüngürtel (Äußerer Rayon) als Teil des Kölner Grünsystems Der damalige Oberbürgermeister Konrad Adenauer griff 1918 die bereits vor dem ersten Weltkrieg in der Kölner Stadtverordnetenversammlung diskutierte Idee für die Umwandlung der militärischen Anlagen in  e i n e  großzügig dimensionierte, vernetzte Grünanlage auf und schaffte die notwendigen gesetzlichen Voraussetzungen für die Ausführung. Bis 1931 gelang es Adenauer, bzw. der Stadt Köln, genau 3259 Hektar des äußeren Festungs- / Grüngürtels aufzukaufen (Zey, 1993).

Derzeit erstreckt sich der äußere Grüngürtel über ca. 2800 Hektar. Aufgrund seiner Ausdehnung und vorbildlichen Anlage als urbanes Grünsystem bildet er einen   r e g i o n a l e n  G r ü n z u g  m i t  ü b e r r e g i o n a l e r  B e d e u t u n g.  Linksrheinisch vernetzen sich hier ein Naturschutz und zahlreiche Landschaftsschutzgebiete, die sich durch einen Wechsel von Wäldern, Baumreihen, offenen Wiesen und Weihern auszeichnen. Das Grünsystem wird zudem gestärkt durch schutzwürdige Biotope, die sich in dem Biotopverbund NRW vereinen (http://bk.naturschutzinformationen.nrw.de/bk/de/start; aufgerufen am 22.08.2019). Als Bestandteil dieses Grünsystems wird im Folgenden beispielhaft auf das Landschaftsschutzgebiet LSG-5006-0023 (L17) Äußerer Grüngürtel Müngersdorf bis Marienburg und verbindende Grünzüge mit einer Ausdehnung über 1594,46 Hektar eingegangen. Die Landschaftsschutzgebiete im Äußeren Grüngürtel sind zur Sicherung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts, zur Sicherung des Grundwasserhaushalts und zur Erhaltung stadtklimatischer Ausgleichsfunktionen ausgewiesen (Landschaftsplan der Stadt Köln, 1991; https://geodienste.bfn.de/schutzgebiete?lang=de; aufgerufen am 22.08.2019).

Der Süden des Äußeren Grüngürtels zeichnet sich durch große Flächen mit Nadelbäumen aus, während im Norden Laubbaummisch- und Nadelwaldbestände die Flora des Grünzuges bestimmen. Sträucher bilden die typische Bepflanzung an den Gehölzrändern, im Bereich der Wasserbecken und an den Wegkreuzungen (Fischer, 1991). Die Gehölzflächen des Äußeren Grüngürtels sind als Aufforstungen zu betrachten, die seit ihrer Anlage nach mittlerweile 60 – 100 Jahren den Charakter waldartiger Bestände aufweisen. Hier wachsen Rotbuchen, Stieleichen, Traubeneichen, Eschen, Bergahorn, Hainbuchen, Linden, Wildbirken, Hängebirken, Vogelkirschen und Traubenkirschen. Bei den Nadelbäumen dominieren Fichte, Lärche, Waldkiefer und Weymouthskiefer. Insgesamt sind für den Grüngürtel mehr als 200 Pflanzen- und 35 Gehölzarten kartiert worden.

Problemstellung

Zahlreiche aktuelle Bauprojekte entlang des Äußeren Grüngürtels gefährden die ökologische Dienstleistung (Ökosystemleistung) des regionalen Grünzuges und setzen versiegelte Barrieren in das Kölner Grünsystem.