Green Slam. Alles über Bäume

Green Slam. Alles über Bäume

Referenten: Prof. Dr. Dieter Volkmann, Molekularbiologe an der Uni Bonn (im Ruhestand) | Ellen Bornkessel, Künstlerin und Gründerin der „Embassy of Trees“ | Heike Sicconi, Gartenradio | Michael Blaschke, Pressesprecher Wald & Holz NRW

Moderation: Caroline Michel

Magisch, weise, intelligent und gefährdet: Nachbericht zum Green-Slam „Alles über Bäume“.

„Das Leben ist eine Art Waldspaziergang – man muss nur ein bisschen auf den Weg achten, und kann bedenkenlos die Schönheit genießen.“ (Henning Pohlmann)

Nicht erst die Rodungen in und um den Hambacher Forst und die Baumfällungen entlang der Bonner Straße und im Lohsepark erregen die Gemüter. Schon 1968 rührte der Freund, der ihm frühen Morgenrot fiel, die Menschen zu Tränen. Ein Lied mit dem Titel „Mein Freund, der Busch ist tot“ wäre höchstwahrscheinlich nicht halb so erfolgreich gewesen. Doch: Warum eigentlich nicht?

Dass Pflanzen und speziell Bäume sich ausgesprochen „klug“ verhalten, daran gibt es keine Zweifel. Aber haben sie Gehirne, mit denen sie Entscheidungen treffen können? Woher wissen Wurzeln, wohin sie wachsen sollen? Woher wissen Blätter, wann es Zeit ist, abzufallen? Wie kommunizieren Bäume untereinander und mit uns?

„Bäume sind… magisch!“, sagte die Künstlerin Ellen Bornkessel zur Begrüßung. Ihre beeindruckenden LKW-Planen mit Baum-Fotografien vor dem Kölner Dom und dem Rathaus haben die Menschen im vergangenen Jahr begeistert. Plötzlich war es grün, wo es vorher grau war. Bäume rühren die Menschen tief im Herzen – bestätigte auch Michael Blaschke von Wald & Holz NRW. Er erfreute das Publikum mit einem Abriss der Geschichte der Wälder in Deutschland. Erzählte, wie die Eiszeit die Mammutbäume und Douglasien über die Alpen trieb, wie neue Arten gepflanzt und wieder abgeholzt wurden, immer wieder. In der Gegenwart allerdings sei die Situation der Wälder mehr als kritisch. Die Borkenkäfer und die Dürreperiode im vergangenen Jahr haben ihnen zugesetzt. Wie reagiert man auf den Klimawandel? Die überraschende Antwort: Man pflanzt Bäume für große Hitze und Trockenheit, aber auch für große Kälte. „Irgendwer wird schon überleben, hoffentlich.“ Heike Sicconi vom Gartenradio berichtete von Gartengeräten. Und ihren gar nicht so friedlichen Entstehungsgeschichten. Die Rosenschere z.B. funktioniert nach dem Prinzip einer Guillotine.

Stargast war ohne Zweifel Prof. Dr. Dieter Volkmann vom Institut für Zelluläre und Molekulare Botanik der Uni Bonn. Schon vor 20 Jahren erregte mit seinen Thesen von intelligenten und sozialen Pflanzen Aufsehen. Er demonstrierte mit Hilfe von kurzen Filmchen den Lebenslauf einer Pflanze. Zeugung? Pubertät? Kooperation? Verdrängungskämpfe und Eitelkeiten? Alles wie bei uns. Nur ein Schmerzempfinden konnte bisher niemand nachweisen. Trotzdem eröffnete der Abend neue Perspektiven. Denn man schützt nur, was man kennt. Also:  Was können wir tun, um unsere Freunde, die Bäume zu schützen? Damit sich auch unsere Kinder und Kindeskinder noch an ihnen erfreuen können?