GrüngürtelQuerung der Nord-Süd-Bahn. Workshop

GrüngürtelQuerung der Nord-Süd-Bahn. Workshop

Kein Tunnel, keine Hochbahn, geringster Eingriff in den Grüngürtel und nur eine Ampel: das Gesamtkonzept für den Verteilerkreis Köln-Süd, den die Nord-Süd Stadtbahn ebenerdig durchquert, legten die Anwohner bereits 2011 der Stadt Köln vor. Nun wurde er auch der Öffentlichkeit vorgestellt. Der hierzu angesetzte Workshop fand am 13. September 2018 in der Allerheiligenkirche statt, nah am Verteilerkreis, so dass sich die rund 40 Teilnehmer in einer Ortsbegehung ein eigenes Bild vom Kölner Entree, den umgebendenDenkmälern und den geplanten Trassenführungen machen konnten.

Der Kölner Amtsleiter für Brücken, Tunnel und Stadtbahnbau Gerd Neweling stellte die städtischen Planungsvarianten vor: der Verteiler soll für die Bahn überbrückt oder untertunnelt oder weiträumig westlich umfahren werden. Brücke und Tunnel sind teuer. Die westliche Umfahrung schneidet eine zusätzliche Verkehrsschneise in den Grüngürtel und erhöht noch einmal deutlich die Lärmbelastungen für die Bewohner der Volksparksiedlung. Die Wohnqualität würde sich durch den Eingriff dramatisch verschlechtern.

Die Anwohner fordern, die bestehende Infrastruktur im und am Verteiler besser zu nutzen, statt den Verkehrskorridor durch Kölns grüne Lunge, dem Grüngürtel, zu verbreitern. Eine geänderte Verkehrsführung über die weitgehend vorhandenen Fahrbahnen könnte die Kapazität für den Verkehr zu den Autobahnen A555 und A4 verdoppeln. Eine ebenerdig querende Bahn würde dann die Hauptverkehrsströme nicht behindern. Die Baukosten wären deutlich geringer als bei einer Hochbahnbrücke oder einem Tunnel für die Bahn.

Fußgängerüberwege, Anschlüsse an die vorhandenen Radwege und sogar ein sicherer, beleuchteter Radweg zwischen Rondorf und Raderthal runden das von den Anwohnern vorgeschlagene Gesamtkonzept ab. Der Bürgervorschlag verhindert vor allem die Verkehrsstaus am Verteiler: Hauptursache für den Ausweichverkehr in die angrenzenden Wohnviertel. Staus, Abgase und Lärm belasten Anwohner genauso wie die Berufspendler. In der städtischen Agenda ist die Beseitigung dieser Staus nicht vorgesehen.

Der Moderator der Veranstaltung Werner Keil, Verfechter der Kölner Leitlinien zur Bürgerbeteiligung, lobte die Sachlichkeit des Diskurses und die Bereitschaft zum offenen Dialog: gute Stadtratsbeschlüsse bedürfen einer intensiven, frühzeitigen und prozessualen Interaktion von Bürgern, Verwaltung und Politikern. Neweling versprach, die Machbarkeit des Anwohnervorschlags ebenso wie die der städtischen Planungsvarianten untersuchen zu lassen – ein großer Erfolg für die Anwohner, aber auch für die Bürgerbeteiligung in Köln